Erfolgreich im Untergrund
Micromata programmiert die zweite Generation des Geologie-Informationssystems "K+S GeoBASE®".
Seit 2004 zählt die K+S Aktiengesellschaft zu unseren Kunden. Die im DAX® notierte K+S AG ist weltweiter Anbieter von Düngemitteln, Pflanzenpflege- und Salzprodukten für die Agrarwirtschaft, die Industrie und den privaten Verbraucher. In elf deutschen Bergwerken und weiteren internationalen Produktionsstätten gewinnt der Geschäftsbereich „Kali- und Magnesiumprodukte“ Salze aus bis zu 1.500 Meter Tiefe. Mit Unterstützung von Micromata konnte K+S ihr gewachsenes Geo-Informationssystem „K+S GeoBASE®“ entscheidend ausbauen und verbessern.
Die Vorgeschichte
Bereits in den späten 1980er Jahren begann K+S alle Prozesse in der Salzgewinnung datentechnisch zu verwalten. Die anfänglich analoge Zeichentechnik wurde in das computergestützte Zeichnen (CAD) übertragen, das Wissen aus Aktenschränken und Köpfen in Datenbanken. Im Laufe der Zeit wurden die strikt getrennten EDV-Disziplinen (Zeichnungen und Daten) miteinander verknüpft. So wurde K+S zum Pionier der digitalen Informationssysteme für Geologie und Markscheiderei.
Die Aufgabe
In Kooperation mit Micromata sollte nun ein weiterer Meilenstein gelegt werden. Aufbauend auf der „K+S GeoBASE®“ wurden alle deutschen und die internationalen Werke auf einen einheitlichen datentechnischen Stand gebracht. Dass allein das Verbundbergwerk Werra eine größere Gesamtfläche hat, als die Stadt München, verdeutlicht die Dimensionen des Projekts.
Die Herausforderung bestand darin, Leistung, Komfort und Sicherheit des Systems in die zweite Generation zu führen. Erforderlich war dies insbesondere wegen der wachsenden Datenmengen und dem Zukauf neuer internationaler Produktionsstätten, die zunächst noch mit abweichenden Programmen arbeiteten.
Alle Daten der einzelnen nationalen und internationalen Standorte sollten in einer einzigen zentralen Datenbank in der Kasseler Unternehmensleitung zusammenlaufen. Aber nicht nur die zentrale Datenhaltung und -sicherung war zu realisieren, sondern auch der Datentransfer in Echtzeit – statt dem bisher üblichen Datenabgleich über Nacht.

Ein weiterer entscheidender Faktor war die detaillierte Skalierbarkeit der dreidimensionalen Daten und die darüber integrierte umfassende Suchfunktion. In diesem Zuge sollte auch die Benutzeroberfläche zur Dateneingabe und -abfrage vereinheitlicht und vereinfacht werden, um kostspielige Doppelentwicklungen bzw. redundante Datenhaltungen zu vermeiden.
Dipl.-Ing. Udo Bickhardt, Leiter der Einheit Informationssysteme bei der data process GmbH, begründet die Entscheidung für Micromata als Kooperationspartner folgendermaßen:
„Micromata war uns als zuverlässiger, flexibler und kompetenter IT-Dienstleister bekannt und ist noch dazu nur wenige Gehminuten von unserer Zentrale ansässig. Für unsere speziellen Anforderungen gab und gibt es keine standardisierte Anwendung auf dem Markt, zumal wir keinesfalls eine komplette Neuprogrammierung angestrebt haben, sondern auf unser gewachsenes und bewährtes System aufbauen wollten.“
Die Umsetzung
In einem Projektteam bestehend aus Vertretern aller beteiligten Fachbereiche wurde das bestehende System analysiert, Optimierungspotential ausgelotet und streng orientiert an der praktischen Anwendung neu umgesetzt.
Besonders die Echtzeit-Übertragung der riesigen Datenmengen zwischen den Bergwerken und der zentralen Datenbank lag K+S am Herzen. Durch optimale Kommunikation und Zwischenspeicherung auf einem Proxy-Server konnte die Geschwindigkeit der Datenübermittlung drastisch erhöht werden.
„Das Micromata Team hat unser Geschäft verstanden, eigene Ideen eingebracht und die Programmierung exakt auf die praktische Anwendung abgestimmt. Dieser intensiven Zusammenarbeit ist es zu verdanken, dass die gesteckten Ziele der „K+S GeoBASE® II “ in kürzester Zeit umgesetzt wurden. Jetzt sind alle aktuellen Daten auch für die Konzernleitung sofort verfügbar. Vor dem Hintergrund, dass z. B. Explorationsbohrungen, die Aufschluss darüber geben, wo und in welchem Ausmaß der Abbau in sinnvoller Weise vorangetrieben wird, sehr kosten- und zeitintensiv sind, ist die Realtime-Übertragung von unschätzbarem Wert. ‚K+S GeoBASE® II ’ wird dadurch vom reinen Dokumentations- und Planungssystem zum operativen Instrumentarium.“, erläutert Udo Bickhardt.

Bislang konnte jede Bohrung nur als eine komplette Zeichnung betrachtet werden. Mit „K+S GeoBASE® II “ ist es nun möglich, jede einzelne Schicht, jeden einzelnen Punkt der Bohrung mit allen zugehörigen Daten wie der Art der Gesteinschicht, den zugehörigen Analysenergebnisse oder allen umliegenden Radarerkundungen anzuzeigen. Zusätzlich können diese Daten ins Verhältnis zu anderen Bohrungen gesetzt werden. So generiert man 3-D-Modelle, die z. B. Aufschluss über die genaue Lage und Ausbreitung einer abbaubaren Gesteinsschicht geben. Insgesamt werden auf diese Weise weit über 100 Millionen Einzelobjekte erfasst, dokumentiert und abrufbar. Sämtliche Abbauprozesse werden dadurch vereinfacht, denn sie können wesentlich zielgerichteter geplant werden. Das hat nicht nur ökonomische Vorteile, sondern dient hinsichtlich gefährlicher Gasablagerungen im Gestein auch der Sicherheit unter Tage.
Höchst funktional ist auch die neue Benutzeroberfläche. Eine Rich-Client-Applikation und die darüber verwendeten Eingabemasken vereinfachen die Nutzung deutlich, die Dateneingabe erfolgt schneller und sicherer. Ganz oben auf dem „Wunschzettel“ der Anwender stand eine komfortable Vorschaufunktion. Neben weiteren Features und Funktionen wurde auch sie integriert.
„Das neue System vereinfacht die Arbeit ungemein. Fehleingaben werden durch angebotene Auswahllisten minimiert. Die gut durchdachte Suchfunktion und das veränderte Datenhaltungskonzept spart täglich kostbare Zeit.“, sagt Achim Ochs, Referent Geophysik der K+S Aktiengesellschaft.
Das Ergebnis
Seit Januar 2007 ist die „K+S GeoBASE® II “ freigeschaltet und wird im täglichen Einsatz auf Herz und Nieren überprüft. Für die Übergangszeit laufen das alte und das neue System parallel, die vollständige Umstellung auf „K+S GeoBASE® II “ erfolgt sukzessive. Die Entwicklung geht also im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses stetig weiter. Doch schon heute verwaltet die K+S Aktiengesellschaft ihre gewaltigen Datenmengen einfacher, schneller, sicherer – und einheitlich!
Der Leiter der Einheit Informationssysteme, Dipl.-Ing. Udo Bickhardt, ist sich sicher: „Micromata hat im engen Dialog mit uns hervorragende Arbeit geleistet. Das neue System ist gerade so umfangreich wie nötig und so schlank wie möglich. Es ist aus der Praxis für die Praxis entwickelt und beweist die Richtigkeit des Micromata-Slogans ‚Erfolg ist programmierbar’.“
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